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RITUALE UND RELIGIONEN

Rituale und Wandel

Die Religionen als sinnstiftende und kraftspendende Weltanschauungen haben nicht mehr die vorrangige Stellung in der Bestattungskultur und traditionelle Rituale sind nicht nur auf religiöse Varianten festgelegt. Vertraute Orte der Trauer und Erinnerung verändern sich. Während auf der einen Seite anonyme Bestattungen und Gräber zunehmen, entfalten sich auf der anderen Seite neue Brauchtümer. Neben den klassischen Erd- und Feuerbestattungen werden naturnahe Bestattungen immer gebräuchlicher, wie beispielsweise an den Wurzeln eines Baumes seine letzte Ruhestätte zu finden. Etwas bizarrer sind auch die Möglichkeiten, nach Gramm berechnet ins Weltall geschossen zu werden, die Asche aus einem Heißluftballon zu verstreuen oder einen Bruchteil der Asche zu einem Diamanten pressen zu lassen.

Welche Gleichnisse auch geschaffen werden, wichtig ist doch, dass selbstbestimmte Elemente eine Rolle spielen, dass Tod und Trauer öffentlich sein dürfen und die Erinnerungskultur bewahrt wird. Welchem Wandel der Zeit man im Umgang mit dem Tod auch unterzogen ist: Von der Einzigartigkeit und Persönlichkeit eines gelebten Lebens kann man nicht absehen.

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Religion und Glauben

Bei uns fällt die Bestattungs- und Erinnerungskultur immer mehr in die Zuständigkeit und Verantwortung des Einzelnen beziehungsweise des nächsten Angehörigen. Das kann zum einen zwar zu ganz eigenen Vorstellungen der Bestattungsrituale führen, zum anderen aber auch verunsichern, weil der Halt und die Vertrautheit der religiösen Riten fehlen. So unterschiedlich die Bestattungskultur aber auch von Glauben, Ritualen und Jenseitsvorstellungen geprägt ist, so braucht Trauer einen Ort und die Toten einen Platz im Leben.

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Christentum

„Alles hat seine Zeit. Geboren werden hat seine Zeit und sterben hat seine Zeit.”
(Prediger 3, 1ff.)

Die Verkündung und Auferstehungsbotschaft steht im Mittelpunkt des Christentums. Rund zwei Drittel der Deutschen gehören einer Kirche an und werden im Todesfall meistens nach kirchlichem Ritus bestattet. Jahrhundertelang, bis Mitte des 20. Jh., war keine Abweichung von der Erdbestattung möglich. Im Zentrum der Trauerzeremonie stehen die Totenmesse und die Predigt des Pfarrers, umrahmt von Musik und Gebeten. Mit dem Abendmahl endet die Totenmesse. Bei einer Feuerbestattung folgt dann die Überführung ins Krematorium und die Asche wird später (zeitnah) beigesetzt. Bei der Erdbestattung folgt nach der Totenmesse der gemeinsame Gang zum Grab. Nach Ablassen des Sarges besteht die religiöse Zeremonie aus dem dreimaligen Erdwurf, dem Gebet und dem Übergeben des Verstorbenen in die Hand Gottes. Dabei segnet der Pfarrer ihn mit den Worten: „Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zu Staub.“ Mit dem gemeinsamen Abschlussgebet, dem Vaterunser, erhält die Trauergemeinde den Segen des Pfarrers. Nach spätestens sechs Monaten ist das Grab in der Regel mit Pflanzen geschmückt und erhält zur Erinnerung an den Verstorbenen ein Grabmal.

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Judentum

„Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.”
Jiddisches Sprichwort,

Als ewiges Haus „best olam“ wird der jüdische Friedhof bezeichnet. Dort gibt es das ewige Ruherecht und die Gräber dürfen nicht neu belegt werden. Die Bestattungsrituale im orthodoxen Judentum sind streng geregelt. Die Juden glauben wie die Christen an ein neues nichtirdisches Leben nach dem Tod und werden in Erdgräbern bestattet. Der unmittelbar Verstorbene wird unter der Lesung von Psalmen bis zu seinem Begräbnis nicht mehr allein gelassen und bewacht. Die Bestattung erfolgt dann ohne Schmuckwerk, ohne Kränze und Blumen. Die Trauerrede hält der Rabbiner, ein Lehrmeister der jüdischen Religion. Jeder Anwesende wirft drei Hände mit Erde auf das Grab und der Rabbiner spricht: „Von Staub bist du und zum Staub wirst du zurückkehren“ (erstes Buch Moses). Am Jahrestag des Verstorbenen wird für gewöhnlich ein Grabstein gesetzt. Die Gräber werden sich selbst beziehungsweise der Natur überlassen. Beim Besuch des Grabes legen die Angehörigen kleine Steine auf den Grabstein, um damit die Verbundenheit zu dem Verstorbenen auszudrücken.

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Islam

„Lebe, als würdest du morgen ster­ben und als würdest du ewig leben.”
islamisches Sprichwort

Nach islamischem Glauben werden Verstorbene traditionell ohne Sarg beigesetzt. Für die Trauerfeier wird der in Leinentüchern bedeckte Leichnam in einem Sarg in der Moschee aufgebahrt. Während der Imam, der muslimische Glaubenslehrer, mit den Trauernden das Cenaze-Namaz-Gebet spricht, stehen die Trauernden am Kopfende des Sarges. Bei der Grabstätte wird der eingewickelte Leichnam aus dem Sarg genommen und auf die rechte Seite in die Erde gebettet, sodass sein Gesicht nach Mekka zeigt. Alle Anwesenden werfen eine Schaufel Erde auf das Grab und anschließend betet jeder für sich ein weiteres Fatiha-Gebet. Nachdem der Imam die Trauerfeier mit einem Vergebungsgebet abgeschlossen hat, bleibt er allein am Grab zurück, um ein letztes Gebet für die Seele des Verstorbenen zu sprechen.

Für die in Deutschland lebenden Muslime kann das Begräbnis ein Problem sein, da ihr Glaube verlangt, nicht unter Angehörigen anderer Religionen bestattet zu werden. Mittlerweile gibt es in Deutschland aber schon einige muslimische Friedhöfe oder Gräberfelder. Das Schmücken der Gräber mit ausgefallenen Grabsteinen oder Kreuzen ist nicht erlaubt.

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Buddhismus

„Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen.”
Mahatma Gandhi

Buddha, der „Erwachte“ oder „Erleuchtete“, bezeichnet im Allgemeinen jemanden, der die höchste Wahrheit erkannt und verstanden hat. Der Buddhismus ist keine einheitliche Religion. Die buddhistischen Einstellungen zum Leben und Tod bilden eine Ganzheit. Dem Tod wird als natürlicher und akzeptierter Teil des Lebens gelassen entgegengesehen. Der Tod ist eine neue Phase und leitet den Weg zur Wiedergeburt ein. Im Gegensatz zum Judentum und Islam ist im Buddhismus und Hinduismus die Feuerbestattung üblich. Während der Zeit der Aufbahrung erinnern Mönche an die Vergänglichkeit. Die anschließende Trauerfeier, an der Mönche und Angehörige teilnehmen, kann je nach Glaubensrichtung wie z. B. im tibetischen Buddhismus sehr viele Riten beinhalten oder wie im Zen-Buddhismus sehr schlicht sein. Die Feuerbestattung symbolisiert die Läuterung der Seele, die sich vom vergänglichen Leib befreit. Eine Prozession trägt den Verstorbenen in einer Stupa (Behältnis und Symbol für Buddha) zum Verbrennungsort. Während der Trauerfeier, die ein Wechselspiel zwischen Mönchen und Angehörigen ist, halten die Mönche Predigten und die Angehörigen errichten einen Tisch für ihre Opfergaben. Nach der Verbrennungszeremonie wird die Asche in der Erde beigesetzt oder oft auch in Flüssen verstreut, vor allem im Ganges, dem heiligen Fluss Indiens.

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